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Dienstag, 23. Oktober 2007

Die Droge Liebe



Ja, ich finde, Liebe ist eine Droge:

  1. Sie macht süchtig, denn wenn man einmal "gekostet" hat, dann will man immer mehr davon haben.
  2. Man dreht schier durch, wenn man sie mal für kurze Zeit entbehren muss, weil der Partner gerade nicht da sein kann.
  3. Der Entzug ist echt hart. Man kann nicht richtig schlafen, man hat keinen wirklichen Appetit, man weiß nichts mit sich anzufangen. Alles, was man möchte ist mehr von dieser Droge, aber man wird sie nicht bekommen. Wie lange ein Entzug dauert ist dann wieder sehr unterschiedlich. Bei manchen geht das sehr schnell und schon haben sie einen Ersatz gefunden, aber bei anderen ist das ein langwieriger Prozess, der kein Ende zu nehmen scheint.
  4. aus 3. folgt: auch Liebe kann schädlich sein. Es gibt Menschen, die sich deshalb das Leben nehmen (was die krasseste Form ist, sich dem Entzug zu entziehen ...), andere verkriechen sich einfach bei sich zu Hause und kommen nicht mehr raus, wieder andere ziehen dann erst Recht um die Häuser und betrinken sich, bis es nicht mehr geht, manche versuchen einfach weiter zu leben, aber das ist sehr schwer, wenn man innerlich total leer ist.
Aber was ist, wenn man mal von ihr losgekommen ist, also wenn man den Entzug überstanden hat? Die Angst, wieder verletzt zu werden bleibt und je öfter man sich wieder darauf eingelassen hat und wieder verletzt wurde, desto schwieriger wird es überhaupt jemals wieder Vertrauen in einer neuen Liebe aufzubauen.

Man sagt: Die Zeit heilt alle Wunden.
Ich sage: Die Zeit heilt vielleicht alle Wunden, aber die Narben bleiben dennoch und oft schmerzen sie noch Jahre später.