Montag, 16. März 2009

Bilder zu Teil III - Der dritte Tag

Gemischte Eindrücke aus Tarbes:






















































Ausblick in Lourdes:





Kirchenfenster in Bernadettes Geburtskirche:







Blick auf den Wallfahrtsort vom Eingang aus:













Die Kirche in Lourdes. Rechts unten im Bild befindet sich die Grotte:
Die unterirdische Basilika:


Blumen in Lourdes










Reisebericht - Teil III - Der dritte Tag

Samstag, 14.03.2009
Um halb acht hat der Wecker geklingelt und Eva ist dann erst mal Duschen gegangen. Wir mussten schließlich um Viertel vor 9 am Bahnhof sein, weil um 10 nach 9 unser Zug fuhr. Insgesamt waren wir 21, davon 20 Airbuspraktikanten und ich, die sich auf den Weg nach Lourdes mit einem Zwischenstopp in Tarbes machten.

Wir waren eine recht internationale Truppe, ein Franzose etliche Engländer und einige Iren sowie Deutsche und eine Brasilianerin. Deshalb war die Hauptsprache dann auch Englisch, wir Deutsche haben teilweise sogar Englisch miteinander gesprochen, damit die Anderen uns verstehen können. Nach 1 h 45 min Fahrt kamen wir im kleinen beschaulichen Städtchen Tarbes an. Dort haben wir einen kleinen Rundgang gemacht. Inmitten der Stadt liegt ein wunderschöner Park in dem es jede Menge Enten und Pfauen gab sowie unzählig viele zauberhafte Blumen, die in allen Farben zu blühen schienen. Frühling ...
Später haben wir uns dann in ein Café gesetzt und Schokolade, Café oder Espresso getrunken. Anschließend sind wir etwas durch die Stadt gelaufen, einige haben sich etwas zu Essen geholt und dann sind wir wieder zurück in den Park gegangen, um uns dort in das Café zu setzen und Eis zu essen.
Um 14h fuhr dann der Anschlusszug nach Lourdes, wo wir eine Viertel Stunde später ankamen. Gleich wenn man aus dem Bahnhof raus kommt hat man eine wunderschöne Sicht auf die Landschaft.
Dann machten wir uns auf den Weg zur Grotte, der Dank des 150-jährigen Jubiläums letztes Jahr sehr gut markiert ist. Da ist nämlich so eine tolle blaue Linie auf dem Boden, die einem zeigt, wo man hin gehen muss. Als erstes sind wir in die Kirche rein gegangen, in der Bernadette (das Mädchen, dass vor über 150 Jahren diese Madonnenerscheinung hatte) getauft wurde. Nette Kirche. Da die anderen sich nicht so richtig entscheiden konnten, wo sie hinlaufen wollen, haben Eva und ich uns ein wenig abgekapselt und sind alleine zur Grotte gezogen. Immer der blauen Linie nach an Bernadettes Wohnhaus vorbei hinuter ins Tal über den Fluss und hinein in den Wallfahrtsort. Das Areal drum herum ist wirklich gigantisch. Ein langer Weg der in der Mitte mit Gras und Blumen (die momentan leider noch nicht am blühen waren) bepflanzt ist führt hin zur Kirche, die mehr oder weniger in und um den Felsen herum gebaut worden ist. Links und rechts von der Kirche führen große Rampen nach oben, so dass es auch für die vielen Rollstuhlfahrer, die jedes Jahr hierher pilgern und um Heilung bitten, eine Möglichkeit gibt in die Kirche zu gehen.
Wir haben uns aber entschieden zu erst zur Grotte zu gehen. Dafür ging es rechts an der Kirche vorbei, an den Wasserhähnen aus denen das Quellwasser, dem heilende Wirkung zugesprochen wird, heraus kommt (von denen momentan nur ungefähr drei offen sind) entlang bis zur Grotte. Es gibt dort einen Weg, der direkt an der Grotte entlang führt, wo man sie sich genauer anschauen kann, aber da dort gerade ein Gottesdienst dabei war zu beginnen, haben wir uns entschieden nicht entlang zu laufen.
Stattdessen sind wir weiter am Fluss entlang gelaufen, an "Kerzenständen" vorbei, wo man die Kerzen anzünden und aufstellen kann, und weiter zu den Badehäusern für die Kranken oder diejenigen, die sich nicht nur symbolisch von ihren Sünden rein waschen wollen. Weiter über eine Brücke auf einen Weg, der auf der anderen Seite des Flusses wieder an der Grotte und der Kirche vorbei führt, wo wir den Fluss dann nochmal überquerten, um die Kirche zu besichtigen.
Von weitem sieht die Kirche nach sehr viel Gold aus, aber in diesem Fall ist das wirklich sehr schön gestaltet worden und wirkt nicht überladen oder zu prunkvoll. Von drinnen ist die Kirche aus sehr schön, die Mosaike an den Wänden und die bunten Fenster ergeben ein sehr schönes Bild. Die Kirche erstreckt sich quasi über drei Stockwerke. Einmal unten, ebenerdig, dann gibt es die Krypta ein Stockwerk höher und nochmal eine kleiner Kirche/Kapelle über der Krypta.
Nachdem wir die Kirche ausführliche besichtigt hatten, machten wir uns wieder auf den Weg zum Ausgang, wobei wir vorher noch einen kleinen Abstecher in die unterirdische Basilika machten. Diese ist von außen eher unscheinbar und man kann an ihr vorbei laufen, ohne sie zu bermerken, aber sie ist auf jeden Fall einen Blick wert. Unterirdisch besteht sie quasi vollkommen aus Beton, aber dieser wirkt durch die Lichtspiele, die die angebrachten Lampen verursachen und durch die Art und Weise, wie er verbaut worden ist, weder schwerfällig noch erdrückend. Es ist einfach nur ein sehr schöner Ort, den man auf seiner Reise nach Lourdes nicht außer Acht lassen sollte.
In der Stadt haben wir uns dann noch eine Kleinigkeit zu essen geholt, bevor wir uns dann auf den Weg zum Bahnhof gemacht haben, wo wir dann auch die anderen wieder getroffen haben. Nach 2 h Fahrt kamen wir dann gegen 20h wieder in Toulouse an und verabschiedeten uns von der Gruppe, um wieder nach Hause zu fahren. Dort habe ich Ratatouille gemacht und nach dem Essen sind wir gegen halb elf elf dann auch ziemlich schnell ins Bett gefallen, denn die viele frische Bergluft und das lange Laufen hatte uns müde gemacht.

Reisebericht - Teil II - Der zweite Tag

Freitag, 13.03.2009
Evas Wecker klingelte wie gesagt schon ziemlich früh, was mich nicht weiter störte, denn ich konnte mich ja einfach nochmal umdrehen und noch eine Runde weiter schlafen =). Den Vormittag habe ich dann mit skypen und surfen verbracht, da ich mir noch nicht so richtig zugetraut habe, alleine durch Toulouse zu wandern ... Gegen 12h habe ich dann eine Email von Eva bekommen, dass ich die Guacamole für's Mittagessen schon mal machen soll, was ich dann auch promt getan habe. Um kurz nach eins ist sie dann Heim gekommen und wir haben erst mal Mittag gegessen. Anschließend haben wir uns mit noch drei anderen Airbus-Praktikanten im Café Québec getroffen, uns Brownies und frisch gepressten Orangensaft geholt und uns mal wieder auf den Weg zur Garonne gemacht. Dort war es an diesem Tag noch voller, was bei 21°C und vollem Sonnenschein aber auch nicht weiter verwunderlich ist. Später sind Eva und ich dann losgezogen und sie hat mir ein paar Kirchen gezeigt. Anschließend haben wir noch nach einem neuen Rock für Eva geschaut, den wir dann auch bald gefunden hatte. Gegen 19h waren wir wieder Zuhause.
Dort haben Fischfrikadellen mit Salzkartoffeln gemacht. Um kurz nach acht sind wir dann los, um ins Kino zu gehen. Benjamin Button in der Originalsprache mit französischem Untertitel für nur 3,90€ pro Person. Der Film war wirklich klasse und auch nicht so schwer zu verstehen, da die den ganzen Film über sowieso insgesamt nicht so viel reden und wenn dann meist sehr langsam und deutlich. Guter Film, wirklich zu empfehlen, seht ihn euch an, wenn ihr die Möglichkeit dazu habt.
Wieder daheim haben wir noch ein Bisschen geskypt und sind dann recht schnell ins Bett, da wir am nächsten Tag auch wieder früh aufstehen mussten ...

Reisebericht - Teil I - Der erste Tag

Heute ist Montag und das heißt, mein verlängertes Wochenende in Toulouse ist fast vorbei. Um 20.40h geht mein Flieger nach Strasbourg, wo ich um 22:05 landen werde. Aber ich möchte von vorne beginnen:

Donnerstag, 12.03.2009
Um ca. 10h habe ich mein Zuhause in Karlsruhe verlassen und mich mit meinem kleinen Businesskoffer in Richtung Bahnhof begeben. Dort habe ich mir zu erst meine Fahrkarte nach Appenweier und zwei Brezeln (die Eva ist in Frankreich schließlich schon ganz "ausgelaugt") sowie in der Buchhandlung ein Buch und eine Zeitschrift gekauft. Anschließend begab ich mich auf's Gleis und wartete bis der Zug kam.
Um 11:50h kam ich dann in Appenweier an und musste mich erst mal orientieren. Ich würde an diesem Bahnhof 50 Minuten Aufenthalt haben und war auf eine Bahnhofshalle mit Heizung und vielleicht einem kleinen Kaffee eingerichtet, aber in Appenweier gibt es nur einige Gleise, die noch dazu nicht direkt nebeneinander liegen. Nach gefühlten 10 Minuten Fußweg hatte ich dann das richtige Gleis gefunden und kaufte mir meine Fahrkarte nach Strasbourg, wo ich dann um kurz nach 13h ankam.
Auch in Strasbourg kam erst mal eine kurze Phase der Orientierung und ich ging mir eine Fahrkarte kaufen (zu meiner Überraschung sprechen die am Bahnhof in Strasbourg kein Deutsch, sondern nur Französisch, Englisch oder Spanisch). Als ich endlich meinen Hin- und Rückfahrkarte zum Flughafen sowie meine Rückfahrkarte nach Appenweier in Händen hielt, musste ich mich sputen, um meinen Zug, der natürlich am hintersten Gleis abfuhr, noch zu bekommen.
Am Flughafen habe ich dann festgestellt, dass mir der spätere Zug auch noch locker gereicht hätte ... C'est la vie! (Am Flughafen in Strasbourg spricht man übrigens auch Deutsch ...)
Nach einiger Zeit des Wartens kam dann der Flieger, wobei es hier nochmals zu Verwirrungen kam. Durchgesagt wurde, dass der Flieger etwas verspätung hat, okay, kein Problem ... und dann wurde am entsprechenden Schalter "Toulouse" angezeigt, prima. Kurz warten, dann verschwand die Schrift wieder und nach kurzer Zeit war plötzlich "Bordeau" angeschrieben ... aber auf der Anzeigetafel steht doch "Gate 2" bin ich jetzt plötzlich doch falsch?!? Nein, ich war richtig, aber ich habe nicht kapiert, warum da plötzlich nicht mehr Toulouse auf der Anzeige stand. Egal.
Das Flugzeug an sich hat mich dann ebenfalls überrascht. Bis jetzt bin ich nur mit Maschienen geflogen, die eine richtige Gangway gebraucht haben, damit man an Bord kommen konnte, aber dieses Flugzeug war anders. Es war winzig und etwas klapprig. Die "Gangway" war in diesem Fall eine Treppe, die man einfach aus dem vorderen Teil des Flugzeuges ausgeklappt hatte. Drinnen war es dann auch recht eng. Über meinem Kopf hatte ich im Mittelgang noch gut 15 cm Platz, der Mann vor mir musste seinen Kopf schräg nehmen, da er sonst nicht aufrecht hätte stehen können. Der Flug an sich war etwas holprig, aber das ging schon, viel schlimmer fand ich, dass ich keine der Durchsagen, die gemacht wurden, wirklich verstehen konnte. Das Französisch war zu schnell und das Englisch zu frazösisch ... Es war nicht leicht überhaupt auseinander halten zu können, wann bei einer Durchsage Französisch und wann Englisch gesprochen wurde ...
Als ich dann trotz der Verspätung in Toulouse pünktlich um 16:10h gelandet bin, machte ich mich auf den Weg zum Ausgang, um die Navette zu finden, die mich dann in Richtung Stadtmitte bringen sollte. Am Schalte habe ich mir dann gleich eine Hin- und Rückfahrkarte gekauft und gewartet, bis der entsprechende Bus dann kam.
Eva hat mich dann an der Haltestelle Jeanne d'Arc abgeholt und wir sind erst mal ein bisschen spazieren gegangen. Auf zu Evas bevorzugtem Café in Toulouse (dem Café Québec), wo wir uns zwei heiße Schokoladen und einen Brownie kauften, um uns anschließend bei wunderbarem Sonnenschein an die Garonne zu setzen. Herrlich.
Als es dann frischer wurde und die Sonne so langsam Richtung Horizont verschwand machten wir uns auf den Weg zu Evas Zuhause in Toulouse. Das ist ein nettes kleines Zimmer in einem netten kleinen Haus mit einen netten kleinen Hintergarten in einer sehr ruhigen Gegend. Eva hat dann gleich einen anderen deutschen Airbus-Praktikanten über Skype angesprochen, ob er was dagegen hätte, wenn wir bei ihm vorbei kommen, was kochen und dann gemeinsam essen. Da er gerade an seiner Diplomarbeit schreibt, kam ihm dass sehr entgegen und Eva und ich machten uns gegen halb acht auf den Weg zum Supermarkt, um Käse und Nudeln einzukaufen.
Um Viertel nach 8 waren wir dann bei Benni und es war ein sehr netter Abend.
Wieder Zuhause haben wir noch ein bisschen geskypt und sind dann aber auch sehr bald ins Bett, weil Eva am nächsten Tag um 5:30h aufstehen musste, um zur Arbeit zu fahren.

Montag, 9. März 2009

Two to Toulouse ...

... naja, nicht ganz. Ich fliege nämlich alleine nach Toulouse L, aber dort bin ich dann nicht alleine, weil ich nämlich meine allerbesteste Freundin Eva besuchen werde. Die macht dort nämlich gerade ein 6-monatiges Praktikum bei Airbus (die machen so "kleine" Flugzeuge …).

Wir haben sehr lange gebangt, ob es überhaupt klappen wird, dass ich sie besuchen kommen kann und erst sah es überhaupt gar nicht danach aus. Aber dann haben wir es doch noch geschafft. Die Flüge sind gebucht und am Donnerstag geht's los J. Sicher steht bereits fest, dass wir am Samstag nach Lourdes fahren werden. Bin mal gespannt, wie das wird … bin schließlich evangelisch und da hab ich's nicht so mit Wallfahrten und pilgern … ;) Aber das wird man sehen.

Das restliche Rahmenprogramm steht noch nicht fest bzw. wird wahrscheinlich spontan entschieden.

Auf jeden Fall bin ich schon fleißig am Packen und habe mir auch schon Zugverbindungen raus gesucht, weil mich leider niemand zum Flughafen bringen kann.

Das wird bestimmt ein ganz tolles Wochenende. Ich bin schon sehr gespannt und freue mir ein Loch in die Mütze.

Mittwoch, 7. Januar 2009

Erkenntnis oder der erste Schritt zur Besserung

Kennt ihr das auch? Wenn ihr eine Aufgabe erledigen sollt - ob das jetzt eine Hausarbeit ist, die man schreiben muss oder das Lernen für eine Klausur oder das Erledigen der Hausaufgaben, ganz egal - und euch dann ständig Dinge einfallen, die man lieber tun würde. Dinge, die man sonst oft nur ungern tut, wie putzen, bügeln, Wäsche waschen, den Hamsterkäfig sauber machen, das Aquarium schrubben, sein Zimmer aufräumen oder die Großtante, die man nicht so gern hat, anrufen, um sich für sein Weihnachtsgeschenk zu bedanken (diese Liste ließe sich sicher noch endlos fortsetzen ...)

Vor gut anderthalb Jahren habe ich schon mal einen ähnlichen Post zu diesem Thema verfasst (für die, die ihn noch nicht kennen hier lang). Jetzt habe ich einen interessanten Artikel zu diesem Thema gelesen. Der Fachbegriff für die so genannte "Aufschieberitis" lautet Prokrastination (den Artikel dazu gibt es hier).

"Viele Menschen kennen es von sich selbst, dass sie unangenehme Tätigkeiten wie Steuererklärung und Referatsvorbereitung, aber auch Weihnachtseinkäufe und lästige Telefonate lieber aufschieben als sofort erledigen. Aufschieben ist so häufig, dass man es fast als normal ansehen muss. Bei manchen Personen nimmt das Aufschieben jedoch ein Ausmaß an, unter dem die Betroffenen erheblich leiden und das schließlich bedrohliche Folgen hat, z.B. Abbruch einer Ausbildung oder berufliches Scheitern. Ständiges Aufschieben wird von den Betroffenen und der Umgebung oft für persönliche Willensschwäche oder Faulheit gehalten. Damit ist Aufschieben jedoch nicht erklärt und mit solchen Konzepten lässt es sich auch nicht verändern. Vielmehr handelt es sich dabei um ein ernsthaftes Problem der Selbststeuerung, für das es aber auch professionelle Hilfe gibt." Quelle

Für mich war dieser Artikel sehr aufschlussreich, er hat mir eine gewisse Erkenntnis gebracht, ich hoffe, dass mir das für eine Besserung reicht, vor allem auch im Hinblick auf meine Bachelor-Thesis, die ich bis zum 31.8.2009 fertig haben sollte. Zumindest habe ich mir fest vorgenommen früher damit fertig zu werden und nicht, wieder bis zum letzt möglichen Abgabetermin zu warten. Ich hoffe dass es klappt, drückt mir die Daumen, ich werde euch auf jeden Fall auf dem Laufenden halten.

Samstag, 20. Dezember 2008

… und dann war’s (fast) aus mit der Weisheit

Im Vorfeld habe ich Schauergeschichten gehört und bei einigen meiner Freunde habe ich es ja sogar mitbekommen, wie es ihnen danach ging.

Eine sagt vorher zu mir: WAAAAAAAAAAAAAS?!? Du machst das auf zwei Mal? Ich würde jedem empfehlen immer gleich alle vier auf einmal raus machen zu lassen, denn ich wäre sicher kein zweites Mal hingegangen.

Eine andere sagte lediglich: Ach, das ist alles halb so schlimm und geht ja auch vorbei.

Hm, dachte ich, was soll ich damit anfangen? Die einen sagen so und die anderen sagen so … Naja, ich habe mir einfach gedacht, dass es nicht so schlimm sein wird, wie alle sagen und dass ich das schon überleben würde.

Am 1.12. war es dann soweit. Die rechte Seite war als erstes dran. Nach einer guten Stunde war der ganze Spuk auch schon vorbei und ich muss sagen: War alles halb so schlimm. Wirklich unangenehm fand ich nur, dass mein Arzt mir ein mit Nelken-Öl getränktes Tuch in die Wunde tat und danach alles in meinem Mund nach Nelke schmeckte. Naja, aber immerhin habe ich es der Nelke zu verdanken, dass ich kaum Schmerzen hatte. Mein Schwester war allerdings etwas enttäuscht, als sie mich dann abends nach der OP zum ersten Mal sah: "Oh, du hast ja gar keine Hamsterbäckchen …" Ja und ich finde das auch gut so, das einzige, was – wenn man darauf achtete – auffiel, war, dass mein Grübchen nicht mehr zu sehen war. Insgesamt war also – bis auf die Nelke – alles halb so schlimm und ich bin wirklich froh darüber. Die zwei Zähne durfte ich fast komplett mit nach Hause nehmen (beim oberen war nämlich ein Stück von der Wurzel abgebrochen – das sich so gut versteckt, dass man es der Arzt weder auf dem Röntgenbild noch mit bloßem Auge erkennen konnte. Zitat: "Das ist mir in meiner ganzen Laufbahn als Zahnarzt noch nie passiert." Zum Glück ist es nicht so schlimm und ich bin nicht der einzige Mensch auf der Welt, der noch ein Stück Wurzel vom Weisheitszahn im Zahnfleisch stecken hat)

Am Dienstag war dann die linke Seite an der Reihe. Diese stellt sich etwas schwieriger dar, da mein unterer Weisheitszahn nahezu waagerecht im Zahnfleisch lag und der obere seine Wurzeln in alle nur möglichen Richtungen ausstreckte. Außerdem musste mein Arzt während der OP insgesamt gut 5 Mal nachbetäuben, weil ich unerwarteter Weise doch noch etwas spürte. Mit großer Anstrengung schaffte er es bei Zähne ganz aus ihren Verankerungen heraus zu hebeln. Als ich nach 45 Minuten wieder Heim gehen durfte hatte ich wesentlich mehr Schmerzen, als beim letzten Mal und meine Kopfschmerzen, die ich schon seit dem Aufwachen hatte, machten das Ganze nicht wirklich besser. Zuhause legte ich mich erst Mal mit einem Kühlakku auf der Backe – die auch dieses Mal nur kaum Erkennbar geschwollen ist – ins Bett. Als ich am nächsten Tag wieder beim Arzt war, sagte ich gleich, dass ich auf jeden Fall wieder einen mit Nelken-Öl getränkten Streifen haben möchte, weil es ohne einfach wesentlich schlimmer ist, als mit – auch wenn's widerlich schmeckt. Kein Problem und fünf Minuten später durfte ich meinen Arzt entsprechend präpariert wieder verlassen. Am Freitag hab ich dann auch noch Mal einen Streifen rein bekommen und am Montag werden dann die letzten Fäden gezogen und das Thema Weisheitszähne hat sich dann für mich ein für alle Mal erledigt!

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Herbst

Die Bäume, sie strahlen
weit über das Land.
Sie schmücken den tristen Herbst
mit ihrer Blätter Pracht.
Rot und gelb, orange und grün
kann man schon von weit her seh'n.
Sie erfreuen des Betrachters Blick
der ihre Schönheit schätzen lernt.
Die Bäume, sie weinen
der triste Herbst hat sie ergriffen
schüttelt ihre müden Glieder und lässt
die Blätter leise mit Bedacht zu Boden gleiten
oder reist mit Sturmeshand
vom Baume sie herab
hinaus in die unendlichen Weiten
des Landes sie verweh'n.
Der Herbst hat zwei Gesichter
das eine ist gar wie ein Künstler
der niemals mit der Farbe spart
und mit Frohmut über die Leindwand jagt.
Das zweite hat Zerstörers Wut
es löscht des Künstlers Werk
es tobt und bläst und weht,
dass nur noch grau und schwarz verbleibt.
Der Herbst, erst golden, später grau
er ist, was Sehnsucht weckt
doch kann er auch bedrücken
er ist ein schöner Gegensatz
kann Allen Freude schenken,
die den Blick fürs Schöne öffnen
es dann in ihr Herz einschließen
und Melancholie vergessen.
(Dieses Gedicht kam mir gestern früh im Zug und abends hat Verena bei TEN SING einen Gedankenanstoß über den schönen Herbst gemacht. Danke Gott, dass du in uns wirkst! Lobet den Gott, möge er euch alle segnen!!!)

Montag, 21. Juli 2008

Schweigsam

Hallo Leute,

ich möchte mich erst mal entschuldigen, das ich in letzter Zeit eher schweigsam war und ihr nichts von mir gehört habt, deshalb kommt jetzt ein kurzes Update:

Mir geht es im Moment sehr gut.

Ich stecke in den Vorbereitungen für den Empfang nach dem Traugottesdienst von Anna und Felix kommenden Samstag, auf die ich mich schon sehr freue.

Außerdem schreibe ich momentan noch an einer Hausarbeit, die ich am 31. 7. abgeben muss.

Desweiteren freue ich mich schon tierisch auf den Urlaub im schönen Berlin mit meinem wunderbaren Freund (ich liebe dich mein Schatz*kiss*) und bin dafür auch schon kräftig am Planen.

Mittlerweile schon länger her, sind die beiden TEN-SING-Konzerte, die, wie ich fand, ziemlich gut liefen. Ich bin schon gespannt, wie die nächste Saison so laufen wird.

Ansonsten hab ich jetzt mehr oder weniger frei, mein Vertrag bei Siemens läuft noch bis Ende der Woche, danach hab ich dann frei und am 1.9.2008 beginnt dann mein Praktikum im Congress Center Böblingen, auf das ich auch schon sehr gespannt bin.

So, jetzt seid ihr mal wieder auf dem neusten Stand.

LG und Gottes Segen (und allen Schülern, ab Donnerstag auch noch schöne Ferien!)

Donnerstag, 22. Mai 2008

Identifikation



Wir haben jetzt schon die ganze Woche Vorlesung bei einem Gastdozenten aus Finnland. Sein Name ist Antti Vihinen und er ist der Leiter der Sibelius-Halle (einem Kongress und Konzert Zentrum in Lahti). Die Vorlesung ist sehr interessant und nebenbei haben wir auch noch einiges über Finnland gelernt.

In Finnland liegt eigentlich jedes Haus an einem See. Der Wert eines Hauses ermisst sich an der Entfernung zum Nachbarn – je weiter weg, desto wertvoller sozusagen. Laut Statistik trinkt jeder Finne über 18 50 Flaschen Wodka im Jahr. Die Finnen sind ein schweigsames Volk, sie reden weder viel noch gerne. (Zu diesen "Fakten" möchte ich noch sagen, dass sie alle von Antti stammen und da werde ich ihn gleich noch zitieren: "Die Wahrheiten sind subjektiv.")

Im Laufe der Vorlesung haben wir auch eine Gruppenarbeiten absolviert und auch heute haben wir wieder eine – wenn auch nur eine kleine – gemacht. Es ging darum in Zweiergruppen zusammenzugehen und sich gegenseitig vorzustellen. Die Fragen waren:

  • Wer?
  • Identifiziert sich mit …
  • Will eines Tages … Identifikation, Identifizierung
  • Macht sehr gut …
  • Könnte vielleicht noch besser machen …

Am interessantesten fand ich die Frage nach der Identität. Fast alle haben als erstes ihre "Nationalität" genannt, also ob sie Europäer sind oder Deutsche, etc. nur bei mir war es anders. Als ich mir die Frage stellte: Womit identifiziere ich mich, "was" bin ich? Habe ich als aller erstes Gedacht: Christ. Ja, ich bin ganz eindeutig Christin. Der Glaube ist ein elementarer Bestandteil meines Lebens und er ist mir auch am aller wichtigsten. Ich finde es sehr schön, dass ich das in der Gemeinschaft, in der ich studiere, auch offen sagen kann. Niemand hat eine blöde Bemerkung gemacht oder sonst irgendwie komisch reagiert.

Ich bin Christin und ich stehe dazu.

Vielleicht habe ich jetzt einige meiner Leser auch zum Nachdenken gebracht, was mich freuen würde und wenn ihr wollt, könnt ihr gerne auch einen Kommentar da lassen und euch dazu äußern, wie ihr antworten würdet.

Gottes Segen euch allen!